Ziehen Sie bald um? In Deutschland muss jeder Haushalt seinen Strom anmelden — sonst bleibt die neue Wohnung ab dem Einzugstag dunkel. Hier erfahren Sie kompakt, wie die Ummeldung beim Stromanbieter in der Praxis funktioniert, welche Fristen Sie einhalten sollten und wie Sie mit einem Anbieterwechsel jährlich zwischen 150 € und 400 € sparen können.
Wann muss ich Strom anmelden?
Rechtlich gilt in Deutschland: Spätestens bei Einzug muss Strom angemeldet sein. Ohne aktiven Stromliefervertrag findet sich Ihre neue Wohnung automatisch in der Grundversorgung des lokalen Netzbetreibers wieder — das ist der teuerste Tarif, den es gibt. Mit dem Grundversorgungstarif zahlen Sie oft 30 bis 40 % mehr als mit einem gezielt ausgewählten Anbieter.
Optimaler Zeitpunkt für die Anmeldung: 2 bis 4 Wochen vor dem Einzug. So verhindern Sie eine Lücke zwischen Auszug in der alten Wohnung und Versorgung in der neuen Wohnung. Viele Anbieter erlauben es, den Anmeldezeitraum auf den genauen Einzugstag zu legen.
Was kostet ein Umzug beim Strom?
Die jährlichen Stromkosten eines durchschnittlichen 3-Personen-Haushalts in Deutschland liegen zwischen 1.100 € und 1.600 €, abhängig von Wohnfläche, Anzahl elektrischer Geräte und Heizungsart. Wer regelmäßig den Anbieter wechselt oder Vergleichsportale nutzt, kann diese Summe häufig um 200 € bis 400 € pro Jahr senken.
- Grundversorgung: ~1.800 € pro Haushalt pro Jahr (regional stark variierend)
- Günstigster Anbieter: ~1.200 € pro Haushalt pro Jahr
- Jährliches Sparpotenzial: 200–600 € bei aktivem Wechsel
- Bonus-Zahlungen: 50–150 € Wechselbonus sind bei Neukunden Standard
Schritt-für-Schritt: Strom beim Umzug anmelden
1. Alten Stromvertrag kündigen
Ihr alter Stromvertrag endet nicht automatisch mit dem Auszug — Sie müssen ihn aktiv kündigen. Beim Auszug aus einer Mietwohnung gilt: Kündigungsfrist ist meist 4 bis 6 Wochen. Sonderfall: bei Eigentum oder beim Übergang in eine neue Wohnung mit demselben Anbieter kann der Vertrag oft nahtlos mitgenommen werden.
2. Zählernummer der neuen Wohnung besorgen
Die Zählernummer finden Sie entweder direkt am Stromzähler in der neuen Wohnung, im Mietvertrag, oder sie wird Ihnen vom Vermieter bei Wohnungsübergabe mitgeteilt. Ohne diese Nummer kann kein Stromliefervertrag angemeldet werden.
3. Neuen Anbieter auswählen
Nutzen Sie einen kostenlosen Stromvergleich, um den günstigsten Tarif für Ihre Region zu finden. Wichtig: Geben Sie Ihre geschätzte Jahresverbrauchsmenge (kWh) an. 3.500 kWh ist typisch für eine Familie, 2.000 kWh für einen Single-Haushalt.
→ Direkt zum Strompreisvergleich
4. Vertrag online abschließen
Der Vertragsabschluss dauert online 5 bis 10 Minuten. Sie brauchen: Adresse der neuen Wohnung, Zählernummer, Einzugsdatum, Bankverbindung (für Lastschrift) und ggf. die Wohnfläche zur Tarif-Auswahl. Lieferbeginn ist der gewählte Einzugstag.
5. Bestätigung abwarten
Der neue Anbieter meldet sich innerhalb von 7 bis 14 Tagen mit einer Vertragsbestätigung. Parallel informiert er automatisch den Netzbetreiber — Sie müssen sich also nicht selbst um die technische Ummeldung kümmern.
Welche Anbieter sind empfehlenswert?
In Deutschland gibt es über 900 Stromanbieter. Die größten und verlässlichsten mit konkurrierenden Preisen sind:
- E.ON, Vattenfall, EnBW — bundesweit vertreten, oft mittelpreisig, sehr zuverlässig
- Lichtblick, Naturstrom, EWS — Ökostrom-zertifiziert, oft leicht teurer aber klimafreundlicher
- Stadtwerke vor Ort — oft günstige Grundtarife + persönlicher Service
- Discounter wie Yello Strom, eprimo, E WIE EINFACH — meist günstigste Tarife, komplett online
Ein Vergleichsrechner sortiert nach Preis, Vertragslaufzeit, Ökostrom-Status und Kundenbewertung — so finden Sie in 3 Minuten den passenden Tarif.
Häufige Fehler beim Strom anmelden
- Zu spät anmelden → automatisch in Grundversorgung, teurer Tarif
- Alten Vertrag nicht kündigen → Doppelbelastung über mehrere Wochen
- Zählernummer verwechselt → falsche Wohnung wird versorgt
- Vertragslaufzeit von 24 Monaten wählen → unflexibel, falls Anbieter Preise erhöht
- Pakete mit Geräten (z. B. „Strom + Smartphone“) — meist überteuert
Ökostrom: Lohnt sich der Wechsel?
Ja, mittlerweile oft ohne Mehrkosten. Viele Ökostrom-Anbieter sind in der Tarifgestaltung identisch preiswert wie konventionelle Anbieter — bei besserer Ökobilanz. Achten Sie auf Zertifizierungen wie „ok-power“ oder das Grüner Strom Label. Diese garantieren tatsächlichen Invest in neue Öko-Energie-Anlagen.
Strom & DSL beim Umzug: Kombination spart Geld
Wenn Sie sowieso gerade umziehen und DSL, Strom und Gas neu anmelden, lohnt sich ein gemeinsamer Vergleich — einige Anbieter geben Kombi-Bonus von 50 bis 100 €, wenn Sie zwei oder mehr Verträge gleichzeitig abschließen. Sparen Sie also nicht nur beim Strom, sondern checken Sie auch direkt DSL-Tarife und Gas-Tarife für die neue Wohnung.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich den alten Stromanbieter selbst kündigen?
Ja, beim Umzug endet der alte Vertrag nicht automatisch. Sie müssen ihn aktiv kündigen. Bei einem Anbieterwechsel übernimmt der neue Anbieter oft die Kündigung beim alten — vorausgesetzt, Sie geben ihm eine Vollmacht.
Was passiert, wenn ich Strom nicht anmelde?
Ihre Wohnung wird automatisch in die Grundversorgung des lokalen Netzbetreibers gestellt — das funktioniert technisch auch ohne Anmeldung. Nachteil: Sie zahlen den höchsten Tarif und können erst nach 3 Monaten ohne Sonderkündigungsrecht wechseln.
Kann ich den Anbieter meiner alten Wohnung behalten?
Ja, das ist oft möglich — entweder durch Vertragsmitnahme (wenn Ihr Anbieter bundesweit liefert) oder durch eine Vertragsänderung. Allerdings fehlt Ihnen dann der günstige Tarif eines regionalen Anbieters. Ein Vergleich lohnt sich praktisch immer.
Was ist die Grundversorgung?
Das ist die gesetzliche Pflicht jedes Stromnetzbetreibers: Jeder Haushalt in seinem Netzgebiet wird zu einem Standardtarif mit Strom versorgt. Praktisch jede Stadt hat einen eigenen Grundversorger — meist der örtliche Stadtwerker oder E.ON / Vattenfall.
Welche Unterlagen brauche ich für den Stromvergleich?
Postleitzahl der neuen Wohnung, geschätzter Jahresverbrauch in kWh (oder Personenanzahl + Wohnfläche), und für die Anmeldung selbst: Adresse + Zählernummer + Einzugsdatum + Bankverbindung.